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Nachtclub auf Radio SRF1 mit Gemeindepräsidentin Ursi Burkart-Merz

«Wir machen keine Partei-, sondern Sachpolitik»

Freuden und Leiden in der Gemeindepolitik das Schweizer Radio widmete dem Thema einen ganzen «Nachtclub». Eingeladen als Gast in die Sendung vom 10. April 2018 war Ursi Burkart-Merz. Sie erklärte, warum ihr die Freude an der Politik auch nach bald zehn Jahren als Gemeindepräsidentin von Adligenswil nicht vergangen ist.

Gemeindeversammlungen seien ein Auslaufmodell, nur jeder zweite Junge interessiere sich für Politik. Moderator Ralph Wicki zeichnete ein düsteres Bild der Gemeindepolitik in der Schweiz. Ob sie es nicht bedaure, dass sich auch Adligenswil von der Gemeindeversammlung verabschiedet habe, fragte er Ursi Burkart-Merz. Doch, antwortete sie. Sie sei damals gegen die Abschaffung gewesen und bedaure den Entscheid auch heute noch. Es sei ein Stück Basisdemokratie verloren gegangen. Früher habe man die Bevölkerung besser gespürt, heute seien keine differenzierten Entscheide mehr möglich, nur noch ein Ja oder Nein an der Urne.

«Sehr engagierte Bürger»
Dennoch verstehe sie den Entscheid und den Trend. Gemeindeversammlungen seien manipulierbar, wenn mobilisiert werde. Sie seien nicht repräsentativ. Zudem sei Adligenswil gewissermassen ein Spezialfall gewesen. «Wir haben sehr engagierte Bürger. Da haben die Versammlungen häufig bis nach Mitternacht gedauert.»

Angesprochen auf das Geschäftsführungsmodell, gegen dessen Einführung sich der Gemeinderat ebenfalls gewehrt hatte, sagte Ursi Burkart-Merz: «Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Arbeit für die Gemeinderäte viel interessanter geworden ist, dass die fachlichen Kompetenzen jetzt am richtigen Ort sind.»

In vielen Gemeinden habe das Geschäftsführermodell zu Problemen geführt, nicht aber in Adligenswil, stellte Wicki fest. Auf die Frage nach dem Warum lobte die Gemeindepräsidentin: «Jedes Modell ist so gut wie die Menschen, die darin arbeiten.»

Moon Boots unter dem Tisch
Was bisher das Highlight in ihrer fast zehnjährigen Amtszeit gewesen sei, wollte der Moderator wissen. Sinnigerweise, so Burkart-Merz, war es eine Gemeindeversammlung. 2011, als es um Fusionsverhandlungen mit der Stadt Luzern ging, erwartete der Gemeinderat nicht nur die «engagierten Bürger». Er mietete eine Tennishalle, 1000 Leute kamen, und «es war eiskalt», erinnerte sich die Gemeindepräsidentin. «Ich trug einen Wintermantel und, wenn es niemand sah, Moon Boots unter dem Tisch.» 95 Prozent stimmten damals für die Eigenständigkeit von Adligenswil.

Sie sei auch Schulleiterin, sagte Ralph Wicki, in dieser Funktion habe sie mit Jugendlichen zu tun. Was sie tun könne, damit sich die Jungen für die Politik interessieren, fragte er.

Über sich selber lachen können
Ihr sei es ein Anliegen, sagte Burkart-Merz, den jungen Menschen sozusagen das Rüstzeug mit auf den Weg zu geben. «Sie müssen sich trauen, Verantwortung zu übernehmen, sie müssen lernen, sich pointiert auszudrücken, sie müssen Rückgrat und Frusttoleranz haben, und sie müssen über sich lachen können, wenn etwas nicht gelingt.»

«Eine Sprache, die alle verstehen»
Gleichzeitig liege es an den Politikern, «eine Sprache zu sprechen, die alle verstehen», nicht ständig auf die Wiederwahl zu schielen und nicht überheblich zu sein. Dazu eigne sich die Gemeindepolitik vorzüglich, denn gerade in der Exekutive «machen wir keine Partei-, sondern Sachpolitik», die Themen liessen sich nicht in ein Links-rechts-Schema einordnen. Nicht umsonst blieb deshalb die Parteizugehörigkeit der Gemeindepräsidentin während der ganzen Sendung ungenannt.

Stefan Ragaz

Nachtclub vom 10. April 2018 auf SRF1

Datum der Neuigkeit 27. Apr. 2018

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