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Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag

Informationsanlass zu heiklen Fragen mit Grossaufmarsch belohnt

Hier hat die Gemeinde Adligenswil einen Nerv getroffen. 200 Besucherinnen und Besucher liessen sich an einem Anlass über Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag informieren.

Die Informationsveranstaltung vom 27. März 2018 stiess auf ein unerwartet grosses Interesse und darf deshalb als ein voller Erfolg bezeichnet werden. Anfänglich rechnete die Abteilung Soziales und Gesellschaft der Gemeinde mit ungefähr hundert Teilnehmenden, letztlich fanden sich knapp 200 Männer und Frauen verschiedenen Alters im Mehrzwecksaal des Zentrums Teufmatt ein. Aufgrund des grossen Andrangs mussten zusätzliche Sitzgelegenheiten organisiert und aufgestellt werden. Dank der spontanen Mithilfe der zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte die Veranstaltung gerade noch pünktlich gestartet werden.

Kompetente Referenten
Von den Referenten Marco Kathriner, juristischer Mitarbeiter der Kesb Luzern-Land, und Dr. Philipp Weber vom Ärztezentrum Adligenswil erhielten die Teilnehmenden nützliche Informationen zum Thema.

So erläuterte Marco Kathriner, dass ohne eine Patientenverfügung oder einen Vorsorgeauftrag im Falle einer überraschend eintretenden Urteils- und/oder Handlungsunfähigkeit nach den gesetzlichen Vertretungsrechten über die betreffende Person entschieden wird.

In einem solchen Fall muss unter Umständen der Ehegatte beziehungsweise die Ehegattin oder der eingetragene Partner oder die eingetragene Partnerin, mit welchen die betroffene Person einen gemeinsamen Haushalt führt oder ihr regelmässig und persönlich Beistand leistet, über das weitere Vorgehen entscheiden und deren Angelegenheiten regeln. Allerdings stehe es der entscheidungsbefugten Person frei, diese Aufgabe abzulehnen. In diesem Fall müsste die Kesb eine entsprechende Massnahme (etwa eine Beistandschaft) prüfen und über das weitere Vorgehen entscheiden.

Bei der Vertretung medizinischer Massnahmen ist in Form einer hie­rarchischen Auflistung definiert, wer die weiteren Entscheidungen treffen darf. Dabei muss darauf geachtet werden, dass der mutmassliche Wille der betroffenen Person berücksichtigt wird. In akuten Notsituationen würden die zuständigen Ärztinnen und Ärzte über das weitere Vorgehen entscheiden.

Häufiges Thema bei Patienten
Philipp Weber berichtete, dass er mittlerweile wöchentlich von seinen Patientinnen und Patienten auf die vorsorglichen Massnahmen angesprochen werde. Es sei wichtig, dass jede Person mit ihren Angehörigen über diesen Fall spreche, sodass die Angehörigen im Notfall im Sinne der betroffenen Person handeln können. Je ausführlicher und konkreter der eigene Wille formuliert sei, desto hilfreicher sei dies für die Praxis.

Weber empfahl, die Patientenverfügung regelmässig zu aktualisieren, zumal sich die Situation beispielsweise durch ein gesundheitliches Ereignis verändern könne.

Auch die Fragerunde im Anschluss an die beiden Referate wurde rege genutzt. Viele Fragen wurden in Bezug auf die rechtliche Auslegung und die möglichen Vorgehensweisen gestellt. Diese Fragen wurden direkt von den beiden Fachpersonen beantwortet.

Verschiedene Anlaufstellen
Für weitere Informationen und für die Beratung bei der Erstellung einer Patientenverfügung oder eines Vorsorgeauftrages gibt es unterschiedliche Anlaufstellen. So können sich Personen ab dem ordentlichen Rentenalter und deren Angehörige an die Pro Senectute wenden.

Eine weitere Möglichkeit ist, die präventiven Massnahmen mit Hilfe eines Rechtsanwaltes oder eines Notars zu erstellen. Diese ist in der Regel kostenpflichtig. Aber auch der Hausarzt oder beispielsweise die Caritas bietet hier Beratung und Information an.

Für Interessierte, die nicht an der Informationsveranstaltung vom 27. März 2018 teilnehmen konnten, sind die Unterlagen vom Abend bei der Gemeinde Adligenswil, Abteilung Soziales und Gesellschaft, erhältlich.

Gemeinde Adligenswil, Abteilung Soziales und Gesellschaft

Dokument Prospekt_KESB.pdf (pdf, 6252.3 kB)


Datum der Neuigkeit 27. Apr. 2018

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