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Abwasserreinigung: ARA Udligenswil wird in absehbarer Zeit stillgelegt

Die Gemeinde Udligenswil betreibt heute eine eigene Abwasserreinigungsanlage (ARA), welche im Jahr 1965 in Betrieb genommen und 1983 erheblich erweitert worden war. Die 1984 festgelegten Einleitbedingungen in den Würzenbach entsprechen nicht der Gewässerschutzverordnung GSchV. So ist aktuell das Verdünnungsverhältnis bei der Einleitung des Abwassers aus der ARA Udligenswil in den Würzenbach zu gering.

Aus diesem Grund wurde der ARA Udligenswil von der kantonalen Dienststelle Umwelt und Energie (uwe) nur noch eine bis zum 31. Dezember 2021 befristete Einleitbewilligung erteilt. Infolgedessen muss das Schmutzwasser der Gemeinde Udligenswil ab 2022 in einer anderen ARA gereinigt werden.

Mit einem Systemvergleich wurden bereits 2001 verschiedene Varianten der Abwasserentsorgung für die Gemeinde Udligenswil aufgezeigt und beurteilt. Anhand der damaligen Erkenntnisse wurden zusätzliche Studien erarbeitet.

Anschluss an ARA Buholz

Inzwischen hat sich der Gemeinderat Udligenswil entschlossen, die kommunale Siedlungsentwässerung – via Adligenswil bzw. dem Verbandskanalnetz von Recycling Entsorgung Abwasser Luzern (Real) – an die ARA Buholz in Emmen zu leiten. Die Grösse und die sehr gute Reinigungsleistung der ARA Buholz sprachen bereits damals wie auch heute für diese Lösung. Detaillierte Abklärungen ergaben, dass der Anschluss von Udligenswil über Adligenswil technisch machbar sowie aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist.

In der ARA Buholz, welche von Real betrieben wird, ist genügend Kapazität vorhanden, um zukünftig auch die Abwassermenge von Udligenswil reinigen zu können. Real reinigt heute das Abwasser aus den acht Verbandsgemeinden Luzern, Horw, Kriens, Malters, Rothenburg, Emmen, Meggen und Adligenswil. Die Gemeinde Udligenswil ist bereits Verbandsmitglied von Real. Mit dem Anschluss an die ARA Buholz würde Udligenswil auch im Bereich Abwasser beitreten.

Abtretung von Leitungen

Damit am Verbandsleitungsnetz von Real angeschlossen werden kann, ist der Bau einer Verbindungsleitung nach Adligenswil nötig. Die von der Gemeinde Udligenswil neu zu erstellende Anschlussleitung ARA Udligenswil bis Gebiet Sagi Adligenswil (Länge rund 2100 m) sowie die bestehende Leitung Sagi bis Talstrasse aus dem Gemeindenetz Adligenswil (Länge rund 2250 m) gehen aus dem Eigentum der beiden Gemeinden an Real über.

Mit dieser Lösung muss das Schmutzwasser künftig über einen heute im Eigentum der Gemeinde Adligenswil stehenden Leitungsabschnitt der ARA Buholz zugeführt werden. Der Gemeinderat Adligenswil hat dem Abtreten der Hauptleitung an den Gemeindeverband Real und dem Anschluss der Gemeinde Udligenswil an den Verbandskanal an seiner Sitzung vom 21. Februar 2019 zugestimmt.

Grössere Leitungsbelastungen

Durch den geplanten Abwasseranschluss von Udligenswil an die Hauptleitung durch Adligenswil erhöht sich der Anfall von Schmutzwasser. Der Zustand der Hauptleitung und die Abflusskapazitäten wurden im Vorfeld detailliert ausgewertet.

Die Behebung des bekannten Engpasses im Gebiet Sagi, der aufgrund des zu geringen Gefälles in der Vergangenheit auch schon zu Rückstaus in private Liegenschaften geführt hatte, wurde vorgezogen. Mit einer neuen Leitungsführung und grösserem Leitungsquerschnitt ist die erforderliche Abflusskapazität nun gegeben.

Keine negativen Auswirkungen

Weiter wurde das Einbringen von Mehrmengen der Gemeinde Adligenswil bei Erschliessung von neuen Bauflächen in den Berechnungen bereits berücksichtigt. Das Ingenieurbüro Emch+Berger WSB AG, Emmenbrücke, bewertete die hydraulischen Gegebenheiten, welche durch einen von der Gemeinde Adligenswil beauftragten neutralen Ingenieur verifiziert wurden.

Ebenso wurde die Leitung durch den künftig zuständigen Gemeindeverband Real kritisch geprüft. Mit negativen Auswirkungen durch die Einleitung des Schmutzwassers von Udligenswil ist auf dem Gemeindegebiet von Adligenswil nicht zu rechnen.

Mit dem Anschluss der Gemeinde Udligenswil an die ARA Buholz wird der Gemeindeverband Real den Leitungsabschnitt ab Winkelbüel/Angel–Udligenswilerstrasse bis zum Hinterbuggenacher als Verbandseigentum übernehmen. Der Leitungsabschnitt von Hinterbuggenacher bis zur Stadtgrenze wurde bereits 2011 an Real abgegeben.

Win-win-Situation für alle

Für die Gemeinde Adligenswil bringt die Leitungsabtretung langfristig Vorteile, da der Unterhalt und die Instandhaltung künftig wegfallen. Mit der Übernahme einer nicht mehr neuwertigen Abwasserleitung trägt der Gemeindeverband Real die Last der künftigen Instandhaltung. Dadurch können die Kosten der Gemeinde Adligenswil für die Abtretung der Leitung amortisiert werden.

Bei der Ausserbetriebsetzung der Kläranlage Udligenswil ist im Projekt vorgesehen, dass das bestehende Klärbecken zusätzlich als Rückhaltebecken betrieben werden soll. Falls dieses nicht ausreichen sollte, dient es als Absetzbecken, bevor verunreinigtes Wasser in den Würzenbach überläuft.

Insgesamt wird sich die Wasserqualität im Würzenbach verbessern, weil nicht mehr stetig gereinigtes Abwasser der ARA eingeleitet wird und weil es durch die Kapazitätserhöhung (Retention) weniger Ereignisse mit Überlauf von verunreinigtem Wasser in den Würzenbach geben wird.

Gemeinden Adligenswil und Udligenswil



Datum der Neuigkeit 26. Apr. 2019

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