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Vorschläge für einen umweltgerechten Herbst

Was im Herbst von den Bäumen fällt, ist im Frühling wertvoller Naturstoff. Die Umweltkommission Adligenswil gibt vier Tipps für den Umgang mit Laub.

Herbstliche Verfärbung der Blätter des einheimischen Breitblättrigen Pfaffenhütchens (Euonymus latifolia).

Aus dem Chemieunterricht wissen wir, dass ein Farbwechsel ein Indiz für einen Stoffwechsel darstellt. Dies gilt auch für den herbstlichen Farbwechsel der Blätter. Das Chlorophyll und andere wertvolle Stoffe werden umgewandelt und teilweise in den ausdauernden Pflanzenteilen wie Stamm und Wurzel während der Winterruhe gespeichert.

Was im Herbst vom Strauch oder Baum fällt, besteht aber noch immer aus wertvollen Stoffen. Diese werden, seit es Pflanzen gibt, also seit Millionen von Jahren, konsequent rezykliert. Bei diesem wichtigen Prozess werden mit Hilfe der Destruenten (Regenwürmer usw.) und der Reduzenten (Pilze und Bakterien) die organischen Stoffe in ihre Grundbausteine zerlegt. Diese stehen im kommenden Frühling für den Wiederaufbau zur Verfügung. Es ergibt deshalb wenig Sinn, im Herbst containerweise Laub abzuführen und im Frühling sackweise Humuserde einzuschleppen.

Vorschlag 1
Lassen Sie wo immer möglich unter Sträuchern und Bäumen und auf brachliegenden Beeten das Laub liegen. Es schützt den Boden, fördert die Bodenlebewesen und verwandelt sich in wertvolle Lauberde.

Vorschlag 2
Füllen Sie ein Kompostsilo mit einem Gemisch aus feuchtem Laub, Häcksel, Garten- und Rüstabfällen und produzieren Sie so Ihre eigene fruchtbare Komposterde. Um den Verrottungsprozess in Gang zu halten, darf die Mischung nie vollständig austrocknen.

Vorschlag 3

Mit zehn Buchenspälten (acht ganze und zwei halbierte) lässt sich in wenigen Minuten der innerste geschützte Raum für den Igel konstruieren.

Errichten Sie im Garten, am besten dort, wo die grösste Menge Laub anfällt, einen grossen Laubhaufen als Igel-Winterschlafplatz. Bilden Sie mit geeigneten Hölzern (Spälten von einem Meter Länge) einen geschützten Raum von 30 x 30 x 30 cm. Dieser innerste Rückzugsraum, wo der Igel eingerollt den Winter verschläft, muss trocken bleiben, auch bei Starkregen. Restfeuchtigkeit kann der Igel mit seiner körpereigenen Zentralheizung beseitigen. Dauernässe jedoch zerstört die Wärme-Isolation und verunmöglicht einen erfolgreichen Winterschlaf. Es braucht deshalb über dieser trockenen innersten Zelle mindestens einen Haufen trockenes Laub von einem Meter Höhe, sodass von der ganzen Konstruktion nichts mehr zu sehen ist. Stopfen Sie kein Laub in den innersten Raum, den wird der Igel selber einrichten. Die kurzen Hölzer verhindern ein Nachrutschen der Blätter in den Hohlraum und die langen erleichtern den Zu- und Weggang. Die Windanfälligkeit des Haufens kann mit ein paar darüber gelegten Ästen verringert werden.

Vorschlag 4

Fördern Sie die Biodiversität im Garten mit Besen, Laubrechen und Recycling. Lassen Sie Laubbläser und Laubsauger im Garten-Center stehen, der Natur und den Nachbarn zuliebe. Nutzen Sie den Garten als Naherholungsraum ohne Maske und Gehörschutz!

Ich wünsche Ihnen genussvolle Herbsttage mit farbenfrohen Laubimpressionen.

Kari Müller, Mitglied der Umweltkommission