Adligenswil ist sicherlich kein Brennpunkt der Geschichte. Dennoch steckt viel Vergangenheit in der Gemeinde, wurde sie doch erstmals im Jahr 1243 urkundlich erwähnt. Genaueres ist nicht überliefert, aber wahrscheinlich bestand der Flecken aus einigen Bauernhöfen und war stark landwirtschaftlich geprägt. Im Jahr 1291 übernahmen die Habsburger das Patronatsrecht über Adligenswil. Die Region Vierwaldstättersee gehörte zu den Stammlande des Habsburgerreichs.
Als das «Rössli» zum Brennpunkt wurde
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Dorf stetig weiter. Im Jahr 1605 wurde die erste Kirche beim heutigen Sigristenhaus gebaut. Bemerkenswert ist die Einführung des Tavernenrechts im Jahr 1772, wodurch das Rössli das Recht erhielt, als Taverne zu fungieren. Dies hat vermutlich zu einer Intensivierung der sozialen Kontakte geführt und mitgeholfen, Adligenswil einen dörflichen Charakter zu verleihen. Mit über 400 Einwohnern verfügte das Dorf Ende des achtzehnten Jahrhunderts bereits über eine beachtliche Grösse. Zum Vergleich: Die Stadt Luzern zählte in dieser Zeit etwas über 4000 Bewohner.
Erstes Schulhaus vor über 200 Jahren
Im 19. Jahrhundert erlebte Adligenswil weitere Entwicklungen, welche die Ausprägung zu einem Dorf stärkten. Das erste Schulhaus wurde 1810 gebaut, und im Jahr 1848 stimmten die Bürger der neuen Bundesverfassung zu. Die erste Pferdepost erreichte Adligenswil im Jahr 1877.
Von aussen nach innen gewachsen
Im 20. Jahrhundert setzte sich die Modernisierung fort. 1965 wurde der erste Kindergarten eingerichtet und 1969 wurden der Rieder im Meggerwald und das Moosgebiet unter Naturschutz gestellt. Ab den Fünfziger- und Sechzigerjahren begann Adligenswil stark zu wachsen: von 712 (1950) auf über 5000 Personen im Jahr 2000. Interessant dabei ist, dass die Gemeinde nicht von innen nach aussen, sondern von aussen nach innen wuchs – dies zeigt sich noch heute in einem «krakenartigen» Dorfbild. Ein Grund dafür ist unter anderem das starke Wachstum des Zentrums Luzern. Die Menschen benötigten Wohnraum und wichen auf stadtnahe Gebiete aus. So resultierte zumindest teilweise eine auf Luzern ausgerichtete Besiedlungslogik.
Ein bemerkenswerter Meilenstein war die Wahl einer Frauenmehrheit in den Gemeinderat im Jahr 1996, einschließlich des ersten weiblichen Präsidiums.
Heute ist Adligenswil eine moderne Gemeinde, die sich von einem kleinen landwirtschaftlichen Dorf zu einem lebendigen Wohnort entwickelt, der seinen Bewohnern eine hohe Lebensqualität bietet.
Einige ausgewählte Daten zur Ortsgeschichte von Adligenswil:
Detaillierte Chronik [pdf, 201 KB]
Mehr über die Geschichte von Adligenswil erfahren Sie im Buch zur Ortsgeschichte, das 2010 aus Anlass des 767-Jahr-Jubiläums der Gemeinde publiziert wurde. «Zeitraum Adligenswil – eine Ortsgeschichte» ist auf der Gemeindeverwaltung oder in der Bibliothek erhältlich. 2020 erschien ein Ergänzungsband. Ortsgeschichte und Ergänzungsband kosten je 20 Franken, zusammen 40 Franken.