Artenreiche, ökologisch wertvolle Hecken mit einheimischen Sträuchern brauchen Pflege. Hier gibt es Tipps für die Heckenpflege.

In diesem Beitrag geht es nicht um die Pflege von geometrischen, monotonen Kirschlorbeer- und Thujahecken. Es geht um die Pflege von artenreichen, ökologisch wertvollen Hecken mit einheimischen Sträuchern.
Die Tatsache, dass verschiedene Heckensträucher unterschiedlich stark wachsen, muss beim Rückschnitt zwingend beachtet werden. Werden mehrere Sträucher nebeneinander auf den Stock gesetzt, also bodennah abgeschnitten, so werden die schnell wachsenden Arten wie Hasel, Hartriegel (Cornus sanguinea) und Weiden innert kurzer Zeit die Lücke füllen. Die langsamer wachsenden Arten (Weissdorn, Schwarzdorn, Kornelkirsche, Schneeball usw.) werden verdrängt.
Vor allem der Hartriegel ist, obwohl einheimisch, sehr invasiv. Die zu Boden fallenden Früchte keimen zuhauf, und die Samen erlangen mit dem Vogelkot grosse Verbreitung. Am Boden aufliegende Zweige wurzeln schnell und treiben auf der ganzen Länge aus. All diese Triebe streben dem Licht entgegen und durchdringen die langsamer wachsenden Sträucher. Dadurch nimmt die Artenvielfalt der Hecke stetig ab.
Tipps für die Heckenpflege
1. Mit einer regelmässigen Kontrolle lassen sich problematische Veränderungen früh erkennen und schnell korrigieren.
2. Reissen Sie unerwünschte Jungpflanzen mit den Wurzeln aus, solange dies möglich ist. Nehmen Sie bei zu grossem Widerstand die Stechschaufel zu Hilfe.
3. Eliminieren Sie alle invasiven Neophyten wie Kirschlorbeer, Seidiger Hornstrauch (Cornus sericea), Blütenreiche Rose (Rosa multiflora), Japanischer Staudenknöterich, Essigbaum, Sommerflieder, Asiatisches Geissblatt, Robinie, Götterbaum und Armenische Brombeere.
4. Ersetzen Sie exotische Ziersträucher (Forsythie, Spiraea, Runzelblättriger Schneeball usw.) durch einheimische Wildsträucher. Helfen Sie mit, das Nahrungsangebot für Insekten zu verbessern. Wertvolle Ersatzpflanzen können Sie bei der Gemeinde Adligenswil im Herbst gratis beziehen.
5. Ist der Kirschlorbeer oder der Hartriegel zu gross, dann sägen Sie die Stämmchen 30 bis 50 Zentimeter über Boden ab. Die neuen Triebe können so leichter ausgebrochen werden. Nach rund fünf Jahren konsequentem Abschneiden oder Ausbrechen stoppt die Pflanze das Wachstum, das Holz wird morsch, bereichert die Hecke mit Totholz.
6. Benutzen Sie für den Rückschnitt einzelner Sträucher Baumschere und Handsäge. Die Heckenschere verunmöglicht ein gezieltes Auslichten und hinterlässt ein «Gemetzel».
7. Das anfallende Material kann, zu einem Haufen aufgeschichtet, viele Kleinlebewesen und Blindschleichen beherbergen. Zusätzliches Totholz und Steinhaufen machen die Hecke für viele Tiere noch lebenswerter.
Kari Müller, Umweltkommission Adligenswil