Die Umweltkommission Adligenswil hat die wichtigsten und nützlichsten Tipps zusammengestellt, wie sich die Lichtverschmutzung im Alltag verringern lässt.
Die Biomasse der Fluginsekten hat in den letzten drei Jahrzehnten um 75 Prozent abgenommen. Dies fühlt sich für alle Insektenfresser etwa so an, als wenn man uns täglich drei Viertel der Einkaufsliste streichen würde. Der drastische Rückgang der nachtaktiven Insekten ist vor allem die Folge der zunehmenden Lichtverschmutzung.
Die Augen der Nachtinsekten sind so empfindlich, dass sie selbst in stockdunklen Nächten Farben wahrnehmen und sich bestens orientieren könnten, wären da keine künstlichen Irrlichter. Der «Fesseleffekt» dieser Lichter führt dazu, dass Nahrungs- und Partnersuche unterbrochen und die letzten Energiereserven für den sinnlosen Flug um die Lichtquelle aufgebraucht werden.
Eine freistehende, weitherum sichtbare Lampe kann einen Grossteil der nachtaktiven Insekten aus dem dunklen Umfeld von der Fläche eines Quadratkilometers «absaugen».
Da aber alle Insekten in den Nahrungsnetzen eine wichtige Schlüsselstellung einnehmen, ist die Lichtverschmutzung mitverantwortlich am Zusammenbruch ganzer Ökosysteme.
So können wir die Lichtverschmutzung eindämmen:
• Überprüfen Sie die Notwendigkeit all Ihrer Lichtquellen.
• Notwendige Leuchtkörper so abschirmen, dass das Licht nur dorthin gelangt, wo es benötigt wird.
• Abstrahlung nach oben ganz vermeiden, da dieses Licht nicht gebraucht wird, und durch die Streuung an den Luftteilchen die Atmosphäre erhellt.
• Leuchtdauer mit Zeitschaltuhr auf das Nötigste minimieren.
• Lampen wo immer möglich mit Schalter oder Bewegungsmelder kombinieren, sodass das Licht nur dann brennt, wenn es wirklich benötigt wird.
• Dauerbeleuchtungen im Garten, auch solarbetriebene, sind unbedingt zu vermeiden.
• Warmweisses, UV-freies Licht mit geringen Blauanteilen (Farbtemperatur maximal 3000 Kelvin) ist für unser Auge angenehmer und lockt weniger Insekten an.
• Beleuchten Sie massvoll! Ein schwächeres Licht ist angenehmer und ergibt gleich viel Sicherheit.
• Im Gegensatz zur Aussenbeleuchtung lässt sich bei der Innenbeleuchtung der dekorative Aspekt nicht ausblenden, doch achten Sie darauf, dass nur wenig Licht nach aussen strahlt. Für einen Nachtfalter kann auch die Ständerlampe am Fenster zur Todesfalle werden.
Kari Müller, Umweltkommission Adligenswil