Adligenswil und Meggen planen, ihre Feuerwehren zusammenzulegen. Dabei gilt es, zahlreiche Fragen zu beantworten.
Seit Januar 2022 werden die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Adligenswil und Meggen regelmässig über die Arbeiten zur gemeinsamen Zukunft der beiden Feuerwehren informiert. 75 Eingeteilte der Feuerwehr aus Adligenswil und Meggen haben in der Zwischenzeit gemeinsam in verschiedenen Gruppen an der Ausgestaltung der neuen Organisation gearbeitet.
Von der Namensgebung, der Ausgestaltung des Organigramms mit der personellen Besetzung wichtiger Schlüsselpositionen und der Anpassung der Alarmierungs- und Rekrutierungskonzepte über die materiellen Anforderungen an das Magazin und die persönliche Ausrüstung bis hin zur Erarbeitung eines neuen Gemeindevertrags und des Feuerwehrreglements muss alles überarbeitet und neu definiert werden.
Antworten auf kritische Fragen
Im Sinne eines Zwischenberichts beantwortet die Projektgruppe im Folgenden kritische Fragen, die im Zusammenhang mit der Zusammenlegung der beiden Feuerwehren gestellt werden.
Wird die Zusammenlegung nur wegen Personalmangels der Feuerwehr Meggen angestrebt?
Nein, beide Gemeinden müssen sich personellen Herausforderungen stellen. In Meggen wird bereits seit Jahren der Soll-Wert von 75 Eingeteilten nicht erreicht, jedoch wurde die Kaderplanung in den vergangenen Jahren erfolgreich umgesetzt, sodass die altersbedingten Rücktritte mit jungen Kameradinnen und Kameraden rechtzeitig abgedeckt werden konnten. Im Gegensatz dazu konnte in Adligenswil der Soll-Wert der Eingeteilten erreicht werden, jedoch fehlt es an jungen Kaderleuten, was in den nächsten Jahren ein grosses Problem in Adligenswil darstellt. Bei der Besetzung der neuen Kaderstellen wird darauf geachtet, dass die beiden Gemeinden ausgewogen vertreten sind.
Für beide Gemeinden ist die Zusammenlegung der beiden Feuerwehren wichtig, um auch in Zukunft genügend Eingeteilte der Feuerwehr und ein gut ausgebildetes Kader zu haben. Die Rekrutierung neuer Eingeteilter wird jedoch auch in Zukunft eine grosse Herausforderung bleiben.
Ist die Zusammenlegung nicht einfach eine versteckte Sparübung?
Nein. Wir gehen davon aus, dass die Kosten nach der Zusammenlegung in etwa gleich hoch bleiben. Ganz klar im Vordergrund steht eine gut funktionierende eigenständige Feuerwehr. Mit der Zusammenlegung der Feuerwehren kann dies erreicht werden, und somit wird die Sicherheit in den beiden Gemeinden langfristig gewährleistet.
Die Angehörigen der Feuerwehr investieren viel Freizeit in Übungen, Weiterbildungen und Einsätze. Wie wird die Wertschätzung für diesen Einsatz in Zukunft gezeigt?
Der Sold allein kann niemals entgelten, was die Angehörigen der Feuerwehr zugunsten der Gesellschaft leisten. Im Rahmen der Workshops ist klar hervorgegangen, dass auch in Zukunft die Pflege der Gemeinschaft und der Kameradschaft einen wichtigen Stellenwert einnehmen muss. Die beliebten Anlässe zur Pflege der Kameradschaft werden auch nach dem Zusammenschluss weiterhin durchgeführt.
Bei einem Einsatz muss der Arbeitgeber auf die Arbeitskraft verzichten. Warum können die Gemeinden nicht eine angemessene Ausfallentschädigung entrichten?
Die Gebäudeversicherung Luzern und der Feuerwehrverband des Kantons Luzerns geben Empfehlungen für die Soldansätze heraus. Die Tarife im Besoldungsreglement der beiden Gemeinden sind bereits heute deutlich höher als die bestehenden Empfehlungen, die Einsätze werden somit angemessen entgolten. Ziel ist es weiterhin, dass die Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden in der Ausübung der Feuerwehrtätigkeit unterstützen und so ihren Anteil zugunsten der Gesellschaft leisten.
Kann die künftige Feuerwehr alle abgelegenen Höfe in Adligenswil innerhalb der vorgegebenen Zeit erreichen?
Ja. Die künftige Feuerwehr kann die Schutzziele nach dem Grundsatz der Feuerwehr-Konzeption 2030 der Feuerwehrkoordination Schweiz (FKS) einhalten und so den Feuerschutz auf dem gesamten Einsatzgebiet sicherstellen. Mit der Erstintervention müssen bei zeitkritischen Ereignissen die Massnahmen zum Schutz von Menschen, Tieren, Umwelt und Sachwerten eingeleitet werden:
• bis 15 Minuten in Gebieten mit geringen bis mittleren Risiken;
• bis 10 Minuten in Gebieten mit mittleren bis hohen Risiken.
Warum wird nicht ein neues gemeinsames Feuerwehrmagazin bei der Sagi in Adligenswil gebaut?
Die Untersuchungen haben ergeben, dass das bestehende Feuerwehrmagazin in Meggen die Anforderungen für eine gemeinsame Feuerwehr erfüllt und sich entsprechend gut eignet. Ein Neubau würde sehr hohe Investitionen bedeuten und ist daher nicht angebracht. Zudem besitzen die beiden Gemeinden kein Bauland bei der Sagi in Adligenswil.
Das weitere Vorgehen
Ziel ist es, bis im Herbst 2023 die Resultate der Arbeitsgruppen vorliegen zu haben, sodass die Bevölkerungen der Gemeinden Adligenswil und Meggen im Jahr 2024 über die neuen Reglemente abstimmen können und der Zusammenschluss auf den 1. Januar 2025 vollzogen werden kann.
Gisela Widmer, Gemeinderätin Adligenswil; Karin Flück Felder, Gemeinderätin Meggen