Ab 2027 gilt die Finanzstrategie der Gemeinde Adligenswil für die Jahre 2027 bis 2031. Der Gemeinderat hat sie im Austausch mit der Geschäftsleitung in den vergangenen Monaten erarbeitet.
Die Gemeinde Adligenswil hat in den Jahren 2020 bis 2025 ihren Finanzhaushalt erfolgreich konsolidiert und damit eine finanzpolitisch stabile Ausgangslage geschaffen. Die Nettoschuld pro Einwohner konnte vollständig abgebaut und in ein Pro-Kopf-Guthaben umgewandelt werden. Finanzvorsteher Andreas Hasler sagt hierzu: «Wir stehen finanziell solide da, weil wir Ausgaben kritisch hinterfragen und Prioritäten konsequent setzen.»
Notwendige Investitionen für Infrastruktur, Bildung und Lebensqualität
In den kommenden Jahren stehen wegweisende Projekte im Immobilien- und Infrastrukturbereich an. Adligenswil will eine attraktive Gemeinde mit einem vielfältigen und hochwertigen Angebot bleiben. «Die Investitionen sind notwendig, um Infrastruktur, Bildung und Lebensqualität langfristig zu sichern», betont Andreas Hasler und ergänzt: «Unsere Gemeinde wächst und entwickelt sich. Das verlangt gezielte Investitionen und auch in Zukunft eine klare Priorisierung.»
Besonders hervorzuheben ist bei den geplanten Investitionsprojekten der Neubau des Kehlhof-Schulhauses sowie die Sanierung des Schulhauses Obmatt und ein Ersatzbau für die Turnhalle Dorf. Weiter muss für das Feuerwehrlokal ein neuer Standort gefunden werden. Diese Vorhaben sind für die langfristige Entwicklung der Gemeinde essenziell. Gleichzeitig bringen sie jedoch erhebliche Investitionskosten mit sich und werden den Finanzhaushalt stark fordern. Die Verschuldung wird voraussichtlich auf knapp 6'000 Franken pro Einwohner ansteigen.
Trotz dieser Investitionen muss der finanzpolitische Spielraum der Gemeinde Adligenswil erhalten bleiben. Um diese Projekte schrittweise und mit Augenmass umzusetzen, gilt es, eine ausgewogene Balance zu finden. Gemäss Finanzstrategie sollen die Investitionen ohne übermässige Neuverschuldung und ohne Steuererhöhungen realisiert werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Steuersenkungen erst möglich sind, wenn die Verschuldung wieder zurückgebildet wurde. Andreas Hasler sagt dazu: «Wir dürfen uns vom guten Abschluss nicht zu Übermut verleiten lassen. Solide Finanzpolitik zeigt sich gerade dann, wenn die Ausgangslage komfortabel ist.» Mit Blick auf die Investitionsprojekte unterstreicht der Finanzvorsteher: «Wer jetzt Einnahmen reduziert, schwächt die Investitionskraft.»
Die Finanzstrategie setzt bei der Budgetierung klare Leitplanken und schafft den Rahmen für eine nachhaltige, vorausschauende und tragfähige Finanzpolitik für die heutigen und künftigen Generationen. Für den Gemeinderat ist ein sorgfältiger Umgang mit Steuergeldern – in der Verwaltung wie bei Investitionen – jederzeit zentral. «Finanzielle Reserven sind ein Schutzschild für kommende Generationen.»

In die Finanzstrategie der Gemeinde Adligenswil sind auch Rückmeldungen und Inputs der Controlling-Kommission und der Ortsparteien eingeflossen. Der Gemeinderat hat die Finanzstrategie im Mai dieses Jahres verabschiedet. Die Strategie wurde an der Orientierungsversammlung am 25. Mai vorgestellt. Die Finanzstrategie ist hier abrufbar.
Sieben Grundsätze formuliert
In der Finanzstrategie hat der Gemeinderat sieben Grundsätze formuliert. Zu jedem der sieben Grundsätze wurden konkrete Ziele definiert. Im Anhang der Finanzstrategie zeigt der Gemeinderat weiter auf, welche Massnahmen die Erreichung der Ziele unterstützen sollen.
Langfristig solider Finanzhaushalt:
Der Gemeinderat von Adligenswil will auch in Zukunft einen gesunden Finanzhaushalt sicherstellen. Ein solider Finanzhaushalt reduziert das Risiko von Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen und trägt zur Beibehaltung der Attraktivität von Adligenswil als Wohnort, Arbeitsort und Unternehmensstandort bei.
Ausreichender finanzpolitischer Handlungsspielraum:
Nicht alle Ausgaben und Einnahmen der Gemeinde sind aus heutiger Sicht voraussehbar. Sowohl bei den Einnahmen wie auch bei den Ausgaben kann es positive oder negative Abweichungen geben. Die Gemeinde muss deshalb mittelfristig auf ungünstige Entwicklungen reagieren können.
Optimierung von Aufgaben und Leistungen:
Die Gemeinde hat die ihr übertragenen Aufgaben und Dienstleistungen möglichst wirksam und kosteneffizient zu erbringen. Es ist deshalb wichtig, laufend nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen, um die Erfolgsrechnung zu entlasten und finanziellen Spielraum zu schaffen.
Begrenzung der maximalen Verschuldung/Schuldenabbau:
Je höher die Schulden der Gemeinde sind, desto grösser sind die Herausforderungen, um den Finanzhaushalt später wieder zu stabilisieren. Deshalb ist es wichtig, für die Nettoverschuldung pro Einwohner eine Obergrenze zu setzen. Wir begrenzen die maximale Verschuldung und sichern damit die Tragbarkeit der Zinslasten sowie die Bedürfnisdeckung und den Handlungsspielraum künftiger Generationen.
Zukunftsinvestitionen in verkraftbaren Schritten:
Für die künftige Entwicklung der Gemeinde stehen – vorbehältlich entsprechender politischer Entscheide – grössere Investitionen an. Das Volumen dieser Zukunftsinvestitionen ist finanziell nur tragbar, wenn es über einen längeren Zeitraum in Etappen entschieden und realisiert werden kann.
Konkurrenzfähige Steuerbelastung:
Die nachhaltige Entwicklung der Gemeinde Adligenswil als attraktiver Wohn-, Arbeits- und Unternehmensstandort setzt eine vorausschauende Steuerpolitik voraus. Der Steuerfuss soll sich daher langfristig an vergleichbaren Gemeinden orientieren, um die Standortqualität gezielt zu stärken.
Spezialfinanzierungen:
Eine Spezialfinanzierung (Ausgleichsfonds) ist die Zweckbindung von Entgelten zur Sicherstellung der Finanzierung bestimmter öffentlicher Aufgaben. In der Gemeinde Adligenswil sind das konkret die Abwasserversorgung, die Abfallbewirtschaftung und die Feuerwehr. Die Gebühren sind durch eine gesetzliche Grundlage abgestützt. Die Gebühren werden so festgelegt, dass die langfristige Finanzierung der Anlagen – der sogenannte Wiederbeschaffungswert – sichergestellt ist.
Gemeinde Adligenswil