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Die neue Schulanlage Kehlhof ist eine «Lernlandschaft»

Die Jury hat entschieden: Sieger des Wettbewerbs für den Neubau der Schulanlage Kehlhof ist das Projekt «Lernlandschaft» des Luzerner Architektenteams um Roman Sigrist sowie Karin Gauch und Fabien Schwartz. 

So bettet sich das neue Schulhaus Kehlhof in die Umgebung und die Schullandschaft ein.

Das Siegerprojekt überzeugt gemäss Wettbewerbsjury durch eine geschickte Gliederung des Gebäudekörpers, durch grosszügige Aussenräume und durch eine optimale Einbettung in das Dorfbild. Es schafft vor allem, so die Jury in ihrem Abschlussbericht, den Spagat zwischen der schulischen Nutzung mit ihren «geschützten Freiräumen im Innern der Anlage» (wie Aussenbereiche der Kindergärten, Pausenplätze) und der Verbindung mit der Umgebung dank «qualitätsvollen Räumen ­gegen aussen zum Dorf hin» (beispiels­weise mit der Ausrichtung der Aula und der Anordnung der Spiel- und Sportbereiche).

Ebenso sorgt die dreifache Staffelung des Gebäudevolumens mit dem zurückversetzten Attika­geschoss für «eine sympathische Massstäblichkeit». Und gleichzeitig erlauben es die gegliederten Bau­körper, das Konzept der «kleinen Schule in der grossen Schule», das heisst kleine, übersichtliche Ein­heiten in einer Schule mit 450 Schülern und Schülerinnen, umzusetzen.

Die «kleine Schule in der grossen Schule»: Dank der Staffelung und der ­Gliederung der Gebäudekörper entstehen überschaubare «Cluster». Abgebildet ist das Kindergartengeschoss mit den grosszügigen Lerngärten.

Hervorgehoben wird von der Jury auch die «ruhige, parkartige» Gestaltung in der Zone zwischen Schulhaus und Alters- und Gesundheitszentrum sowie Turnhalle. Dies schaffe eine «willkommene Qualität für die Schülerinnen und Schüler wie auch für die Bevölkerung».

In der «Lernlandschaft» sieht die Wettbewerbsjury zudem ein «klares Grundkonzept» mit «einer hohen Flexibilität» bei der langfristigen Entwicklung der Schule. Das gelte auch für eine allfällige Erweiterung des Schulhauses Obmatt, das durch den Kehlhof-Neubau nicht eingeschränkt werde.

Einstimmiger Jury-Entscheid

Am offenen Wettbewerb nahmen dreizehn Planerteams teil. Der Jury-Entscheid für das Projekt «Lernlandschaft» fiel einstimmig.

Für den Projektwettbewerb hatten die Adligenswiler Stimmbürger und Stimmbürgerinnen im vergangenen November (mit dem Budget 2022) einen Kredit von 790 000 Franken bewilligt. In dieser Summe enthalten sind sowohl die Preisgelder für die prämierten Projekte als auch die Erarbeitung des Vorprojektes durch das Siegerteam. Über den Baukredit auf der Grundlage des Vorprojektes wird das Stimmvolk voraussichtlich 2023 abstimmen. Für die Baukosten ist laut Finanzstrategie des Gemeinderates ein Kostenrahmen von rund 22 Millionen Franken vorgesehen.

Der vollständige Jury-Bericht

Die grosszügigen zusammenhängenden Aussenanlagen bilden das Herzstück des neuen Schulcampus, der auch das Schulhaus Obmatt einbindet. Erhalten bleiben die Sportanlagen und der Pavillon F. Die ideale Verbindung zwischen dem Dorfzentrum und der Schulanlage ist die Aula, die auch für die öffentliche Nutzung vorgesehen ist.

Schulhaus aus einheimischem Holz

Das neue Schulhaus im Kehlhof wird nach ökologischen Grundsätzen errichtet. Der Holzbau wird an den Wärmeverbund angeschlossen sein und er wird über eine Fotovoltaikanlage verfügen.

Das neue Schulhaus wird ein Holzbau sein. Dabei wird einheimisches Holz verwendet. Nur die Bauteile, die mit dem Erdreich in Berührung kommen, werden in Beton ausgeführt.

Aus energetischen Gründen werden die Fassadenelemente hinterlüftet. Vorgesehen ist ein hellgrau-silbriger Farbton, der witterungsbeständig ist. Auch die Innenräume werden durch helle Holztöne geprägt sein.

Das Schulhaus tritt mit dem zurückversetzten Attikageschoss und der Aula in der natürlichen Geländemulde (links) als zweigeschossig in Erscheinung.
Im Geländeschnitt wird ersichtlich, wie sich das neue Schulhaus zwischen Obmatt-Schulhaus und Coop-Gebäude optimal in die Umgebung einfügt.

Kosteneffizienz bei Bau und Betrieb

Generell wird eine Materialisierung gewählt, die dauerhaft ist und sich sowohl bei den Erstellungs- als auch bei den Unterhaltskosten positiv bemerkbar machen wird. Da das Gebäude aus vorgefertigten Holzelementen bestehen wird, wird die effektive Bauzeit kurz sein.

Auch auf den schwierigen Baugrund wird Rücksicht genommen: Nur der nordwestliche Baukörper wird in Massivbauweise unterkellert, sonst gibt es keine Untergeschosse. Damit werden die Aushubarbeiten gering gehalten. Zudem kann die Anzahl der Bohrpfähle, die in den Molasseuntergrund getrieben werden, dank der optimalen und gleichmässigen Struktur minimiert werden. Positiv auf die Kosten wird sich auch auswirken, dass keine Provisorien nötig sein werden, da die Pavillons F, A und B während der Bauzeit erhalten bleiben.

Projekt wird nun verfeinert

Die Jury hat zum Siegerprojekt verschiedene Anregungen gemacht, die nun bei der Ausarbeitung des Vorprojektes aufgenommen werden, beispielsweise zum hohen Glasanteil (wegen Hitzeschutz und Nachtauskühlung), zur Veloparkierung oder zur Freitreppe vor dem Teufmatt-Kreisel.

Gemeinde Adligenswil

 

 

Das Team der «Lernlandschaft»

Architektur: Arge Roman Sigrist Architektur GmbH und Gauch & Schwartz GmbH Architekten ETH SIA, Luzem.

Landschaftsarchitektur: Mettler Landschaftsarchitektur AG, Gossau.

Bauingenieur: Dr. Schwartz Consulting AG, Zug.

HLKS-Ingenieur: WSP Suisse AG, Schlieren.

Holzbauingenieur: Makiol Wiederkehr AG, Beinwil am See.

 

Mehrstufiges Verfahren

Der Wettbewerb für den Neubau der Schulanlage Kehlhof wurde als offenes Verfahren nach SIA-Norm 142 ausgeschrieben. Dreizehn Planerteams nahmen am Wettbewerb teil. Dieser war mit einer Preissumme von 195 000 Franken dotiert.

Das Siegerprojekt wurde in einem mehrstufigen, anonymen Verfahren ermittelt, an dem ­neben der Jury auch die Schulleitungen beteiligt waren. In drei Beurteilungsrunden wurden die fünf besten Projekte herausgeschält und folgendermassen prämiert (Preissumme in Klammern):

1. Rang: «Lernlandschaft», Arge Roman Sigrist Architektur GmbH und Gauch & Schwartz GmbH Architekten ETH SIA, Luzern (60 000 Franken).

2. Rang: «MoMo», Blättler Heinzer Architektur, Zürich (50 000 Franken).

3. Rang: «PEZ», GZP Architekten AG, Luzern (35 000 Franken).

4. Rang: «Dreiklang», Isler Gysel Architekten GmbH, Zürich (30 000 Franken).

5. Rang: «Esplanade», Gautschi Lenzin Schenker Architekten AG, Aarau (20 000 Franken).

Preisgericht und Experten

Die Jury setzte sich aus den folgenden Mitgliedern zusammen: Sachpreisgericht (drei stimmberechtigte Mitglieder): Markus Gabriel, Gemeindepräsident; Felicitas Marbach, Gemeinderätin und Bildungsvorsteherin; Francesca Brignoli Lutz, Rektorin Volksschule. Fachpreisgericht (vier stimmberechtigte Mitglieder): Pascale Guignard, dipl. Architektin ETH BSA SIA (Vorsitz); Hans Cometti, dipl. Architekt ETH BSA SIA; Alessandro Fabris, dipl. Bauing. ETH/HTL/SIA, Dr. sc. techn. ETH; Jan Stadelmann, Landschaftsarchitekt BSLA SIA, MSc. Urbanistik TUM.

Hinzu kamen Experten aus den Bereichen Haustechnik, Umwelt und Energie, Kostenplanung und Pädagogik.

 

Baukredit im nächsten Jahr

Nach dem Projektwettbewerb wird nun das Siegerprojekt bereinigt und zu einem Vorprojekt mit Kostenschätzungen ausgearbeitet – als Grundlage für die Volksabstimmung über den Baukredit. Vorgesehen ist die Abstimmung für Juni 2023.

Danach wird das konkrete Bauprojekt erarbeitet. Gerechnet wird mit dem Vorliegen der Baubewilligung bis im Juni 2024.

Die effektive Bauzeit wird zwei Jahre betragen, Bauabnahme wäre im Juli 2026 möglich. Das neue Schulhaus wäre auf Beginn des Schuljahres 2026/27 bezugsbereit.