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Planungskredit und Projektwettbewerb

Adligenswil soll ein neues Primarschulhaus erhalten. Für die Projektierung (Projektwettbewerb und Vorprojekt) des Schulhausneubaus im Kehlhof budgetiert der Gemeinderat einen Planungskredit in der Höhe von 790 000 Franken. An der Erarbeitung der Vorgaben für den Projektwettbewerb war die Schule massgeblich beteiligt.

Im Budget 2022 ist ein Planungskredit in der Höhe von 790 000 Franken für die Projektierung des Schulhauses Kehlhof vorgesehen. Ausgaben bis 900 000 Franken kann der Gemeinderat gemäss Gemeindeordnung in eigener Kompetenz beschliessen. Dennoch bringt er die Planung des Schulhausneubaus am 28. November 2021 separat an die Urne. «Wir wollen die Haltung der Stimmberechtigten bereits zu Beginn des Prozesses kennen», sagt Gemeindepräsident Markus Gabriel. «Es geht um eine grundsätzliche Weichenstellung.»

Die Pavillons der Schulanlage Kehlhof stammen aus den Jahren 1988 bis 1990. Neueren Datums ist nur der Pavillon F (rechts hinten). Er soll erhalten bleiben und von den Tagesstrukturen genutzt werden.

Das neue Schulhaus Kehlhof, das Kindergarten und Primarschule an einem Ort vereint, wird voraussichtlich rund 22 Millionen Franken kosten. Es wird die Kehlhof-Pavillons (erbaut zwischen 1988 und 1990) und das Dorfschulhaus 1 (erbaut 1961) ersetzen. In das Dorfschulhaus 2 wird die Musikschule Adligenswil-Udligenswil einziehen.

Resultat eines mehrstufigen Prozesses

Mit dem Projektwettbewerb tritt die Adligenswiler Schulraumplanung in die entscheidende Phase. In einem mehrstufigen Prozess, der 2016 mit verschiedenen Machbarkeits- und Variantenstudien begann, kristallisierte sich das nun vorliegende Konzept heraus: Die Sekundarschule bleibt im Schulhaus Obmatt, die Primarschule (inklusive Kindergarten) wird in einem Neubau im Kehlhof zusammengefasst. Ursprünglich war eine Rochade von Oberstufe und Primarschule mit diversen Um- und Neubauten angedacht. Dies hätte deutlich höhere Kosten verursacht.

Raum für eine moderne Pädagogik

Basierend auf der Schulstrategie, die vom Gemeinderat im April 2021 verabschiedet wurde, und in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern entwickelte die Schule Adligenswil ein pädagogisches Konzept, das im Schulhausneubau umgesetzt werden soll und das als Vorgabe für den Projektwettbewerb formuliert worden ist. Die Eckpunkte wurden in einer Reihe von Workshops mit den Schulleitungen, mit Lehrpersonen, aber auch mit Schülerinnen und Schülern erarbeitet.

Schulleiterin Hanna Studer Dossenbach mit Kindern der zweiten bis sechsten Primarklassen am Workshop der Schule vom 22. September 2021. Schülerinnen und Schüler zeichnen ihre idealen Lernsituationen.

Die wesentlichen Punkte des pädagogischen Konzeptes sind:

  • «Die kleine Schule in der grossen Schule»: Primarschule und Kindergarten werden zwar an einem Ort zusammengefasst, doch soll kein Grossschulhaus entstehen. Vielmehr wird eine räumliche und gestalterische Gliederung angestrebt, die überschaubare und altersgerechte Einheiten schafft. Dies gilt auch für die Pausenplätze.
  • «Pädagogische Mitte»: Für die einzelnen Einheiten mit ihren Klassenräumen werden gemeinsame Lernräume geschaffen, in denen moderne Lernformen möglich sind und die flexibel nutzbar sind.
  • Aussenraumgestaltung: Ein zentraler Bestandteil des Schulraumes ist die Aussenanlage. Er soll ein hochwertiger Lern-, Aufenthalts- und Bewegungsraum – ausserhalb der Schulzeiten auch für die Allgemeinheit – sein.

Einbettung in das Dorfzentrum

Das neue Schulhaus Kehlhof wird an zentraler Lage entstehen, eingebettet in andere Orte des Dorflebens und der Begegnung (Alters- und Gesundheitszentrum, Zentrum Teufmatt, Oberstufenschulhaus Obmatt). Die neue Schulanlage soll einen Mehrwert für die ganze Bevölkerung schaffen und das Zentrum als Bildungs- und Sportzentrum aufwerten.

Konkret soll die Aula im neuen Schulhaus auch Vereinen zugänglich sein. Ebenso soll die Aussenanlage, abgestimmt auf die bereits bestehenden Begegnungszonen, zu Sport, Spiel und Begegnung einladen.

Finanzstrategie gibt Rahmen vor

Gemäss der Finanzstrategie der Gemeinde Adligenswil sind die Nettoinvestitionen bis ins Jahr 2025 auf maximal 32,5 Millionen Franken begrenzt. Davon entfallen rund 20 Millionen auf Gemeindeentwicklungsprojekte wie das neue Schulhaus. Aufgrund der aktuellen Kostenschätzungen wird das Schulhaus Kehlhof rund 22 Millionen Franken kosten. Allerdings wird es nicht vor 2026 fertiggestellt sein.

Eckpunkte des Projektwettbewerbs

Vorgesehen ist, dass der Projektwettbewerb nach der Abstimmung vom 28. November 2021 als offener Wettbewerb gemäss den Bestimmungen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) ausgeschrieben wird. Er wird folgende Eckpunkte umfassen:

  • Raumprogramm: Schulraum für 6 Kindergarten- und 18 Primarschulklassen, dazu Fachräume, Nebenräume und eine Aula (Hauptnutzungsfläche von insgesamt rund 4200 Quadratmetern).
  • Gliederung des Raumkonzeptes in altersgerechte Einheiten.
  • Aussenraumgestaltung: Erhaltung (oder Wiederherstellung) der bestehenden Sportanlagen (wie Beachvolleyballfeld, Laufbahn oder Hartplatz); Reduktion des Fussballplatzes auf die Hälfte als Trainingsplatz für die Junioren des FC Adligenswil; Integration in die Umgebung.
  • Parkplätze: Für das Schulhaus Kehlhof sind keine zusätzlichen Parkplätze zu planen. Schon heute sind im unmittelbaren Umfeld der Schulanlage genügend Parkplätze vorhanden.
  • Turnhalle: Der Raum für eine neue Turnhalle (mit Umgebung) wird im Wettbewerb mitbedacht. Die Ausgestaltung und Realisierung sind aber erst in einer zweiten Etappe vorgesehen.
  • Planungsperimeter:
     
    Der Perimeter der ersten Etappe umfasst die heutige Schulanlage Kehlhof und die Sportanlagen. Für die zweite Etappe (Turnhalle) wird der Perimeter um das Grundstück hinter dem Alters- und Gesundheitszentrum – in Abstimmung mit der Alters- und Gesundheitszentrum Adligenswil AG – erweitert.
  • Umwelt und Energie: Das neue Schulhaus muss die hohen Anforderungen übergeordneter Umweltziele erfüllen. Angestrebt wird die Umsetzung nach dem Minergie-Eco-Standard, ebenso soll eine Fotovoltaik-Anlage geplant werden.
  • Preissumme: Für den Wettbewerb steht eine Preissumme von 175 000 Franken zur Verfügung.
  • Preisgericht: Das Preisgericht besteht aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern, wovon drei als Vertreter der Gemeinde Adligenswil delegiert sind. Hinzu kommen nicht-stimmberechtigte Fachberaterinnen und Fachberater.
    -    Sachpreisgericht (stimmberechtigt): Markus Gabriel (Gemeindepräsident), Felicitas Marbach-Lang (Bildungsvorsteherin), Francesca Brignoli Lutz (Rektorin Volksschule).
    -    Fachpreisgericht (stimmberechtigt): Pascale Guignard, dipl. Architektin ETH BSA SIA (Vorsitz), Hans Cometti, dipl. Architekt ETH BSA SIA, Luca Selva, dipl. Architekt ETH BSA SIA, Jan Stadelmann, Landschaftsarchitekt BSLA SIA, MSc. Urbanistik TUM.
    -    Expertinnen und Experten (nicht stimmberechtigt) aus den Fachbereichen Statik, Haustechnik, Pädagogik, Energie/Umwelt und Kostenplanung.

Planungskredit umfasst auch das Vorprojekt

Der Planungskredit in Höhe von 790 000 Franken umfasst die Kosten für den Projektwettbewerb (Vorbereitung und Durchführung des Projektwettbewerbs: 275 000 Franken; Preisgeld: 175 000 Franken) und der Erarbeitung des Vorprojekts durch das Siegerteam (340 000 Franken). Auf der Grundlage des Vorprojekts wird eine zuverlässige Berechnung der Baukosten möglich sein.

Wie geht es weiter?

Wird dem Projektwettbewerb am 28. November 2021 an der Urne zugestimmt, wird danach der Wettbewerb ausgeschrieben. Dabei sind die folgenden Eckdaten vorgegeben:

  • Januar 2022: Ausgabe der Wettbewerbsgrundlagen und Start der Arbeiten.
  • Mai 2022: Abgabe der Wettbewerbsarbeiten.
  • Juni 2022: Jurierung.
  • September 2022: Bericht und öffentliche Ausstellung der Siegerprojekte.

Für die Realisierung des Projektes geht der Gemeinderat von den folgenden Terminen aus:

  • Anfang 2023: Vorliegen des Vorprojekts.
  • Sommer 2023: Abstimmung über Baukredit.
  • Anfang 2024: Baueingabe.
  • Mitte 2024: Baustart.
  • Mitte 2026: Bezug des neuen Schulhauses Kehlhof.