19.8.16 – Der Gemeinderat Adligenswil hat den Projektauftrag zur «Schulraumplanung Adligenswil 2020» beraten und verabschiedet. Als externes Beratungsbüro wurde die Firma Metron Raumentwicklung AG aus Brugg verpflichtet.
Die Gemeinde Adligenswil verfügt seit Jahren über einen jährlich aktualisierten Bericht zur Schulraumplanung. Dieser Bericht hat zum Ziel, die Raumbedürfnisse der Schule Adligenswil zu prognostizieren. In den letzten Jahren konnte der Bericht jeweils aufzeigen, dass der vorhandene Schulraum quantitativ genügt. Auch die Einführung des zweijährigen Kindergartens kann ohne bauliche Provisorien in den bestehenden Schulanlagen umgesetzt werden.
Qualitative Betrachtungen
Das Bild der Schule hat sich in den letzten Jahren ständig gewandelt. Mit diesem Wandel ging auch eine Veränderung der räumlichen Bedürfnisse einher. Bei diesem Wandel steht nicht primär die quantitative Betrachtung im Vordergrund, sondern die qualitative. Es muss heute vermehrt die Frage beantwortet werden, welche Infrastrukturen für eine modern geführte Schule zur Verfügung gestellt werden müssen.
In den letzten Jahren versuchte der Gemeinderat diesen neuen Ansprüchen durch verschiedene Massnahmen gerecht zu werden. Alle Klassenzimmer wurden mit neuem und zeitgerechtem Mobiliar ausgerüstet und die Schulhäuser Dorf und Kehlhof wurden mit Beamern nachgerüstet. Weiter wurden auch durch sanfte Renovationsmassnahmen die notwendigsten räumlichen Anpassungen vorgenommen.
All diese Bemühungen täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass gewisse Gebäude ins Alter gekommen sind und den heutigen Ansprüchen nicht mehr in allen Punkten genügen. Zudem sind die Schulanlagen der Gemeinde Adligenswil heute auf drei Standorte verteilt. Die heutige Substanz der Anlagen, aber auch die künftigen Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen in den Schulhäusern sollen nun in einem intensiven Prozess überprüft werden.
Wie weiter im Kehlhof?
Im Fokus der Betrachtungen und Bewertungen wird die Schulanlage Kehlhof stehen. Die Schulanlage Kehlhof wurde im Jahr 1988 mit zwei aus der Westschweiz gekauften Pavillons als «temporäre Entlastungsmassnahme » errichtet. In den folgenden Jahren folgten weitere Pavillons und im Jahr 2002 wurde ein Neubau, der heutige Pavillon F, erstellt.
In einer umfassenden Sanierung wurde die Anlage auch den neuen Bedürfnissen angepasst. In den nächsten Jahren stehen vermehrt Investitionen an. Dieser Umstand führt dazu, das der Gemeinderat nun eine umfassende Auslegeordnung über alle notwendigen Investitionen gewinnen möchte.
Die Anlage Kehlhof, aber auch alle übrigen Schulhausbauten sollen dahingehend überprüft werden, ob sie
• den heutigen Anforderungen entsprechen;
• einer Neubeurteilung der Nutzung unterzogen werden sollen;
• sie zentralisiert werden sollen;
• in den bestehenden Gebäude untergebracht werden können;
• den aktuellen und künftigen Anforderungen und Richtlinien entsprechen.
Planungsbericht an Bevölkerung
Auf der Basis der gewonnenen Daten wird die Firma Metron AG verschiedene Entwicklungsstrategien in Varianten erarbeiten und bewerten. In einer Nutzwertanalyse wird die favorisierte Variante definiert und in Form einer Machbarkeitsprüfung die Kostenermittlung vorgenommen. Die gewonnenen Ergebnisse sollen in Form eines Planungsberichtes der Bevölkerung präsentiert werden.
Wegweisendes Projekt
Das nun gestartete Projekt wird wegweisenden Charakter haben. Je nach gewonnenen Erkenntnissen kann dies verschiedene Realisierungsszenarien auslösen. Es kann sich dabei um eine Ergänzung, den Neu- oder Umbau der bisherigen Anlagen handeln.
Der Gemeinderat hat diesbezüglich keine Vorgaben gemacht. Vielmehr sollen die gewonnenen Fakten die Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung der Schulinfrastruktur sein. Weiter muss im Projekt beachtet werden, dass neben der klassischen Nutzung der Schulinfrastruktur auch die Interessen anderer Nutzergruppen berücksichtigt werden. Zentrale Player hierbei sind die Musikschule und die schulischen Dienste, aber auch die Adligenswiler Vereine. Diesem Umstand trägt der Gemeinderat Rechnung, indem die Projektorganisation breit abgestützt ist.
Für die Projektsteuerung hat der Gemeinderat
Adligenswil eine strategische Steuerungsgruppe eingesetzt, welche aus den folgenden Personen besteht:
• Pascal Ludin, Finanzvorsteher (ab 1. September 2016; Vorsitz);
• Felicitas Marbach-Lang, Bildungsvorsteherin (ab 1. September 2016);
• Gisela Widmer Reichlin, Präsidentin Bildungskommission.
Die operative Leitung des Projektes wird von der folgenden Projektleitung wahrgenommen:
• Lucas Collenberg, Geschäftsführer Gemeinde Adligenswil und Projektleiter;
• Jürg Kraft, Abteilungsleiter Bildung und Kultur und Mitglied der Projektleitung;
• Thomas Kasper, Abteilungsleiter Finanzen und Immobilien und Mitglied der Projektleitung.
Breit abgestützte Projektgruppe
Weiter steht der Projektleitung eine breit abgestützte Projektgruppe, bestehend aus allen identifizierten Nutzern der Schulanlagen, zur Verfügung. Das gewählte Vorgehen soll dafür garantieren, dass keine Nutzungsinteressen in der Abklärungsphase vergessen werden und alle notwendigen Entscheidungsgrundlagen fundiert erarbeitet werden können.
In diesen Prozess werden auch die Lehrpersonen und die Schülerinnen und Schüler miteinbezogen. Da Schulanlagen jedoch seit jeher multifunktionale Räume darstellen, die unterschiedlichen Nutzungsbedürfnissen entsprechen müssen, hat sich der Gemeinderat dafür entschieden, dass die Projektleitung interdisziplinär ausgestaltet werden soll.
Erkenntnisse bereits Mitte 2017
Der Zeitplan sieht vor, dass der Gemeinderat Mitte 2017 in Form eines Planungsberichtes die Adligenswiler Bevölkerung informieren kann. Die Form des Planungsberichtes ermöglicht dem Gemeinderat eine aktive Kommunikation mit den interessierten Gruppierungen und auch den Parteien zum vorgeschlagenen Vorgehen.
Nach erfolgter zustimmender Kenntnisnahme durch die Bevölkerung können die notwendigen Vorbereitungsarbeiten für das Bauprojekt eingeleitet und der Stimmbevölkerung in einem Bauprojekt und Baukredit zur Beschlussfassung vorgelegt werden.