Derzeit erarbeitet der Gemeinderat gemeinsam mit der Geschäftsleitung eine neue Immobilienstrategie. An seiner Klausur hat sich der Gemeinderat intensiv mit der Strategie befasst, die Analysephase abgeschlossen und fundierte Zwischenentscheide gefällt. Über diese möchte er die Bevölkerung nun informieren. Als Nächstes folgen die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Projekte, insbesondere im Bereich der Schulräume, sowie die Entwicklung der Arbeitszonen.
Ausgewogene Lösung
Im Rahmen der laufenden Immobilienstrategie hat der Gemeinderat die Hallengrösse für den vorgesehenen Neubau auf der Brache 909 nochmals geprüft. Die weitere Planung der Turnhalle soll den Bau einer Doppelturnhalle des Typs B umfassen. Dabei handelt es sich um eine verlängerte Doppelturnhalle, die mit einer mobilen Trennwand unterteilbar ist und dank ihrer Länge die Spielfeldgrösse sämtlicher Ballsportarten abdeckt.
Im Rahmen des Wettbewerbsprogramms für den Neubau des Schulhauses Kehlhof war ursprünglich vorgesehen, die bestehende Turnhalle Dorf, die nicht der Normgrösse entspricht, durch eine Einfachturnhalle zu ersetzen. Auf Anregung der ASPO (Adligenswiler Sportorganisationen) prüfte der Gemeinderat zusätzlich die Aufnahme einer Dreifachturnhalle in das Wettbewerbsprogramm. Nach eingehender Abwägung entschied sich der Gemeinderat schliesslich für einen Kompromiss: Statt einer Einfachhalle wurde eine Doppelturnhalle in das Programm aufgenommen. Im weiteren Verlauf reichte die ASPO eine Petition für den Bau einer Dreifachturnhalle ein, weshalb der Gemeinderat die Hallengrösse nochmals vertieft geprüft hat.
Der inzwischen gefällte Entscheid des Gemeinderats stützt sich auf drei zentrale Kriterien: den Bedarf der Schule im Perimeter der Schulhäuser, den Bedarf der Vereine für den Trainingsbetrieb und die Investitionskosten. Die Analyse zeigte: Für den Schulbetrieb reichen vier Hallen aus. Die Schule benötigt somit lediglich eine neue Einfachturnhalle. Der Trainingsbedarf der Vereine kann mit einer Doppelturnhalle des Typs B abgedeckt werden. Insbesondere für Unihockey und Handball entstehen damit geeignete Trainingsmöglichkeiten. Aus regionaler Sicht engagiert sich die Gemeinde mit der Anlage im Löösch bereits stark im Fussball. Ein weiteres regionales Engagement, etwa für Turniere mit entsprechender Infrastruktur, ist für den Gemeinderat derzeit nicht prioritär.
Warum keine Dreifachturnhalle?
Eine Dreifachturnhalle hätte deutlich mehr Platz beansprucht und höhere Investitions- sowie Folgekosten verursacht. Auf dem Grundstück 909 bliebe kaum Raum für qualitativ gute Aussenanlagen, obwohl gerade im Schulumfeld auch Freiräume wichtig sind. Zudem besteht Bedarf an weiteren Mantelnutzungen auf diesem zentralen Grundstück.
Hinzu kommen betriebliche Überlegungen: Dreifachturnhallen werden erfahrungsgemäss selten mitten im Dorf gebaut, da Zufahrten und Parkplätze sichergestellt sein müssen. Im Kehlhof steht dafür kein ausreichender Platz zur Verfügung. Die Turnhalle hingegen muss aus schulorganisatorischen Gründen in unmittelbarer Nähe zur Schule liegen.
Ein Turnierbetrieb stellt zudem erhöhte Anforderungen an die Infrastruktur, etwa an Tribünen, Küche und zusätzliche Nebenräume. Diese Flächen würden Mehrkosten verursachen. Erfahrungswerte anderer Gemeinden zeigen zudem, dass bei Dreifachturnhallen die mittleren Hallen aus Lärmgründen häufig unbenutzt bleiben.
Mehrwert für Schule und Vereine
Mit der Doppelturnhalle B entstehen klare Vorteile:
Auf dem Schulperimeter stehen damit künftig fünf Hallen in nächster Umgebung zur Verfügung.
Weiteres Vorgehen
Als nächster Schritt wird die Schulraumplanung abgeschlossen. Sie umfasst neben den Schulräumen auch Tagesstrukturen und die Musikschule. Daraus ergibt sich, welche zusätzlichen Räume benötigt werden. Auf dieser Basis wird das definitive Raumprogramm für den Neubau der Turnhalle mit möglichen weiteren Nutzungen erarbeitet. Für die Detailplanung der Turnhalle wird die ASPO beigezogen, etwa zur Klärung des Bedarfs an Materialschränken und weiteren vereinsrelevanten Anforderungen. Die Arbeiten sollen im Herbst 2026 beginnen.
Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen und Kosten eine Trainingshalle, aber nicht eine Turnierhalle gebaut werden sollte. Mit dem Entscheid für eine Doppelturnhalle des Typs B verfolgt der Gemeinderat eine ausgewogene, bedarfsgerechte und finanziell verantwortungsvolle Lösung, die sowohl den Anforderungen der Schule als auch jenen der Vereine gerecht wird.
Gemeinderat Adligenswil