28.8.20 – Die raumplanerischen Vorgaben von Bund und Kanton erfordern eine Revision der Ortsplanung bis 2023. Diese soll in einem partizipativen Prozess mit der Bevölkerung erfolgen.
Der Boden in der Schweiz ist knapp. In den vergangenen Jahrzehnten wurde, trotz Verfassungsauftrag und Bundesgesetz, verschwenderisch mit dem Boden umgegangen. Das schweizerische Stimmvolk sprach sich deshalb 2013 für eine Revision des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes aus, das «Innenentwicklung vor Aussenentwicklung» verlangt. Das bedeutet, dass die bestehende Siedlungsfläche weiterentwickelt und nicht neues Bauland eingezont wird. Dies soll beispielsweise durch verdichtetes Bauen und das Schliessen von Baulücken geschehen.
Konkretisiert werden die Vorgaben des Raumplanungsgesetzes durch die kantonalen Richtpläne. 2015 wurde in Luzern der entsprechende Richtplan verabschiedet. Er schafft Klarheit für die künftigen Ortsplanungen. Die Gemeinden müssen diese bis Ende 2023 an die Vorgaben des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes, des kantonalen Planungs- und Baugesetzes und des kantonalen Richtplans angepasst haben. Dies bedingt für alle Gemeinden eine Teilrevision der Ortsplanung.
Die Umsetzung der Siedlungsentwicklung nach innen liegt nicht zuletzt in der Hand der Grundeigentümer. Deshalb soll die Ortsplanungsrevision in einem Partizipationsprozess erarbeitet werden. Dieser wird nun mit einem ersten Beteiligungsworkshop und mit laufender Kommunikation über die Gemeinde-Website und das «Info Adligenswil» angestossen.
Drei Pilotquartiere in Adligenswil
Mit Unterstützung der IVO Innenentwicklung AG hat der Gemeinderat Adligenswil entschieden, in drei Quartieren erste räumliche Analysen zu starten. Um im Rahmen der anstehenden Revision der Bau- und Zonenreglemente (BZR) eine qualitätsvolle und von der Bevölkerung getragene Innenentwicklung aufzugleisen, werden für die einzelnen Quartiere sogenannte Pflichtenhefte erstellt. Sie sollen unter Einbezug der Quartierbevölkerung entstehen und bestehende Qualitäten sichern, Defizite eliminieren und neue Qualitäten schaffen. In den Pilotquartieren Kehlhof, Ebnet und Widspüel startet der Partizipationsprozess am 16. September 2020 (wegen der Corona-Massnahmen ausschliesslich für Bewohner dieser drei Quartiere).